Werkzeugkiste „Musikkurse im Ganztag“
Unsere Mini-Fortbildungsreihe für Musikkurse mit größeren Gruppen im Ganztag der Grundschule
In dieser Fortbildungsreihe über ein Schulhalbjahr sammeln wir Tipps und Tricks für den Ganztagsunterricht:
Wie erreichen wir alle Kinder, berücksichtigen unterschiedliche Voraussetzungen und schaffen einen Rahmen, in dem alle aktiv mitmachen und lernen können?
Wir freuen uns über Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Ausbildungen und Voraussetzungen, die ihre Perspektiven einbringen und voneinander und miteinander lernen möchten.
Gemeinsam lernen wir unterschiedliche Ansätze kennen, tauschen Erfahrungen aus und erweitern unsere persönliche Werkzeugkiste für den Ganztagsunterricht.
Dafür schauen wir uns die drei „Ks“ (Kognitive Aktivierung, Konstruktive Unterstützung und Classroom Management) theoretisch und praxisnah an.
Durch Austausch, gegenseitige Hospitationen und die gemeinsame Besprechung von Unterrichtsideen entwickeln wir Best-Practice-Beispiele für gelungene Grundschulmusiknachmittage.
Das sagen Teilnehmende des letzten Durchgangs:
“Der Austausch mit den Kolleg*innen tat gut - zu hören, was die anderen machen. Irgendwie sind es ja immer ähnliche Probleme, die wir haben!”
”Es gab Vieles, was ich umsetzen konnte - gerade die vielen kleinen Ideen waren eine gute Anregung!"
“Es war ein gutes Feedback zu meinem Unterricht.”
“Ich fand es sehr schön, dass das Format viermal mit den selben Leuten stattfand.”
Termine und Orte
- 4 zusammenhängende Termine (je 4 Stunden) zwischen September 2026 und Januar 2027
- 10.09.2026 von 14.00-18.00 Uhr am Nordkolleg Rendsburg
- 3 weitere Termine in Verbindung mit Unterrichtshospitationen bei den Teilnehmenden nach Absprache.
Leitung
Anne Dubrau (Musiklehrerin in der Grundschule Unesco-Projekt-Schule Flensburg & Kernteam-Mitglied im KMB.SH für das IQSH)
Zielgruppe
Musikpädagog*innen, die musikalische Angebote im offenen Ganztag von Grundschulen leiten oder zukünftig leiten möchten.
Dies schließt auch Kursleitungen ein, die nicht Musik und/oder Pädagogik studiert haben.
Auch geeignet für Lehrkräfte, die in anderen Schulkooperationsformen in den Klassenstufen 1-6 unterrichten.
Teilnehmendenzahl: min. 5, max. 12
Teilnahmebeitrag
kostenfrei
Anmeldung
bis 31.08.2026 auf dieser Seite
Diese Fortbildungsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung von LVdM und IQSH im Rahmen des KMB.SH.
Ansprechperson
Iris Meyer
meyer@musikschulen-sh.de
04331 – 148 648
Eine Werkzeugkiste für den Nachmittag - Gedanken von Anne Dubrau (Leitung)
„Deine Augen haben richtig geleuchtet.“
Diesen Satz sagte man mir, nachdem ich von meinen Erfahrungen der Mini-Fortbildungsreihe „Werkzeugkiste – Musikkurse im Ganztag“ im letzten Halbjahr erzählte.
Die „Werkzeugkiste“ hat für mich etwas sichtbar gemacht, das mich auch in meinem eigenen Musikunterricht immer wieder begeistert:
Was passiert, wenn wir Kindern nicht sagen, was sie wissen sollen, sondern ihnen einen Anlass geben, selbst etwas herauszufinden, auszuprobieren und zu gestalten?
Die Fortbildungsreihe ist eine Kooperation des IQSH und des Landesverbandes der Musikschulen Schleswig-Holstein. Sie richtet sich an Pädagog:innen, die musikalische Angebote im offenen Ganztag der Grundschule leiten oder zukünftig leiten möchten.
Über ein Schulhalbjahr werden Theorie, Praxis, Hospitation und gemeinsamer Austausch miteinander verbunden. Dabei liegt ein besonderer Blick liegt auf den drei „Ks“: Kognitive Aktivierung, Konstruktive Unterstützung und Classroom Management.
Die Ausgangslage im Ganztagsbereich ist vielen bekannt: Die Gruppen sind groß und heterogen. Kinder kommen mit unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen, Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Nachmittagskurs.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur: Was möchte ich den Kindern vermitteln? Sondern auch: Wie schaffe ich einen Anlass, der viele Kinder erreicht und sie dazu bringt, selbst tätig zu werden?
Hier setzt der kompetenzorientierte Musikunterricht an.
Im Zentrum steht nicht die reine Wissensvermittlung, sondern der aktive Kompetenzerwerb der Lernenden. In der „Werkzeugkiste“ konnten die Teilnehmenden diese Idee nicht nur kennenlernen, sondern praktisch erleben.
Besonders eindrucksvoll waren dabei die Hospitationen. Sie zeigten, dass eine klare, kompetenzorientierte Struktur auch im Ganztag funktioniert oder vielleicht gerade dort eine besondere Stärke hat.
Ein musikalischer Anlass, eine überschaubare Herausforderung, Zeit zum eigenen Ausprobieren und die Möglichkeit, Ergebnisse miteinander zu teilen; plötzlich sind Unterschiede nichtmehr ein Problem, das es zu bewältigen gilt, sondern Teil des Lernprozesses.
Gerade diese Erfahrung war besonders einprägsam: Heterogenität wird handhabbarer.
Wenn Kinder unterschiedliche Wege zu einem gemeinsamen musikalischen Ziel gehen dürfen, kann jedes Kind an sein eigenes Können anknüpfen. Für die Lehrkraft entsteht dadurch die Möglichkeit, die Kinder besser zu unterstützen und gleichzeitig immer wieder Verantwortung an sie abzugeben.
Und dann passiert etwas, das für mich zu den schönsten Momenten gehört: Die Kinder tragen den Unterricht.
Am Ende der Stunde erzählen Kinder, was ihnen gelungen ist. Sie benennen, worauf sie stolz sind und manchmal sagen sie auch ganz offen, wo es noch gehakt hat.
Hier wird sichtbar, dass Lernen mehr ist als ein fertiges Ergebnis. Kinder erleben sich als Handelnde. Sie können etwas. Sie dürfen etwas ausprobieren. Und sie können über ihr eigenes Lernen nachdenken.
Vielleicht ist das die wichtigste Erfahrung aus der „Werkzeugkiste“. Die Teilnehmenden nehmen nicht nur eine Sammlung von Methoden mit nach Hause, sondern eine andere Perspektive auf ihre musikalischen Nachmittage.
Und vielleicht ist das auch der Grund, warum meine Augen bei der Erzählung von der „Werkzeugkiste“ so leuchten: Es ist einfach schön, Kindern dabei zuzusehen, wie aus einem ersten Versuch eine eigene Idee wird und am Ende wirklich alle etwas zu zeigen oder zu erzählen haben.